Inklusion

Was bedeutet Inklusion?

Der Begriff „Inklusion“ leitet sich vom lateinischen Verb includere (=beinhalten, einschließen, einsperren, umzingeln) ab.

Inklusion beschreibt die Gleichwertigkeit eines Individuums, ohne dass dabei Normalität vorausgesetzt wird. Die einzelne Person ist nicht mehr gezwungen, nicht erreichbare Normen zu erfüllen, viel mehr ist es die Gesellschaft, die Strukturen schafft, in denen sich Personen mit Besonderheiten einbringen und auf die ihnen eigene Art wertvolle Leistungen erbringen können.

Inklusion, oder auch inklusive Pädagogik,  folgt der Wertschätzung von Diversität.

„Normal ist die Vielfalt, das Vorhandensein von Unterschieden“

Die Inklusion ist eng verwand mit der Integration.

Ein gemeinsames Ziel der pädagogischen Maßnahmen ist das Eingliedern von außenstehenden Gruppen in die Gesellschaft, oder die Überwindung von Stigmatisierung und Ausgliederung.

Jedoch verfolgt die Integration nicht unbedingt das Zeil, dass sich die Mehrheitsstruktur der integrierten Struktur anpasst.

Es geht vielmehr um ein friedvolles Nebeneinander.

Artikel 19 Behindertenrechtskonvention:

Selbstbestimmt Leben und Einbeziehung in die Gemeinschaft

  • Die Vertragsstaaten dieses Übereinkommens anerkennen das gleiche Recht aller Menschen mit Behinderungen, mit gleichen Wahlmöglichkeiten wie andere Menschen in der Gemeinschaft zu leben, und treffen wirksame und geeignete Maßnahmen, um Menschen mit Behinderungen den vollen Genuss dieses Rechts und ihre volle Einbeziehung in die Gemeinschaft und Teilhabe an der Gemeinschaft zu ermöglichen, indem sie unter anderem gewährleisten, dass
  1. Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen die Möglichkeiten haben, ihren Aufenthaltsort zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem sie leben, und nicht verpflichtet sind, in besonderen Wohnformen zu leben;
  2. Menschen mit Behinderungen Zugang zu einer Reihe von gemeindenahen Unterstützungsdiensten zu Hause und in Einrichtungen sowie zu sonstigen gemeindenahen Unterstützungsdiensten haben, einschließlich der persönlichen Assistenz, die zur Unterstützung des Lebens in der Gemeinschaft und der Einbeziehung in die Gemeinschaft sowie zur Verhinderung von Isolation und Absonderung von der Gemeinschaft notwendig ist;

Dienstleistungen und Einrichtungen in der Gemeinde für die Allgemeinheit Menschen mit Behinderungen auf der Grundlage der Gleichberechtigung zur Verfügung stehen und ihren Bedürfnissen Rechnung tragen.

Ein Traum wird wahr

David Winterheld, 25 Jahre, sehbehindert und mit Down-Syndrom, wollte seinen Berufswunsch, am Theater zu arbeiten, nach Beendigung der Schulzeit umsetzen. Also fragte er im Kinder- und Jugendtheater nach einer Praktikantenstelle. Ihm wurden die Türen geöffnet und er durfte alle Erfahrungen sammeln, die regelentwickelte Jugendliche auch erleben. Dieses Praktikum bestätigte ihn in seiner beruflichen Vorstellung. Nach verantwortungsvoller Abwägung des Theaterteams entschied sich Herr Matthias Folz, als Theaterleiter des Kinder- und Jugendtheaters in Speyer, David als Theaterassistenten für 28 Monate zu beschäftigen.

Seit dem Beginn seiner Ausbildung hat David viele Fortschritte gemacht, sowohl was seine Selbstständigkeit betrifft, als auch im kognitiven Bereich. Aber nicht nur David macht Fortschritte. Alle Kollegen im Theater setzten sich seit David zum Team gehört mit Inklusion auseinander. Er tritt er als Botschafter auf, vermittelt der Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes hautnah, dass auch schwerbehinderte Menschen einen Beitrag in der Arbeitswelt leisten. Menschen die ihm begegnen werden ungewollt und unvorbereitet mit dem Thema Behinderung konfrontiert.

Landespreis für beispielhafte Beschäftigung schwerbehinderter Menschen

Das Land Rheinland-Pfalz zeichnet seit 1998 jedes Jahr Firmen, Betriebe und Dienststellen aus, die sich in vorbildlicher Weise um die Integration schwerbehinderter Menschen in das Arbeitsleben verdient machen. Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen mit Haupt- oder Nebensitz in Rheinland-Pfalz können sich bewerben oder vorgeschlagen werden. Drei der Preise werden an die Privatwirtschaft, gestaffelt nach deren Beschäftigtenzahl, verliehen. Der vierte Preis ist für Dienststellen des Öffentlichen Dienstes mit Sitz in Rheinland-Pfalz vorgesehen. Zusätzlich kann ein Sonderpreis für besonders innovative Projekte zur Integration behinderter Menschen in das Berufsleben vergeben werden.

"Behinderte Menschen können eine Bereicherung für jeden Betrieb sein!" betont Werner Keggenhoff, der Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung. Das Kinder- und Jugendtheater Speyer erhielt den Preis mit folgender Begründung: "Das Theatererfüllt einem jungen Mannmit Down-Syndrom und Sehbehinderung seinen Lebenstraum - die Mitarbeit in einem Theater. Es bietet ihm eine berufliche Qualifizierung zum Theaterassistenten und hat ihn in das kleine Team als gleichberechtigtes Mitglied aufgenommen"

BühnenWirbler

Die Inklusionstheatergruppe für alle ab 16 Jahren

David Winterheld, unser Theaterassistent,  spielt leidenschaftlich gern selbst Theater. Angeregt durch diese Leidenschaft hat das Kinder- und Jugendtheater Speyer einen Förderantrag bei Aktion Mensch gestellt um eine Inklusive Theatergruppe ins Leben rufen zu können. Diese Gelder wurden bewilligt, wofür wir „Aktion Mensch“ danken.

Der Kurs findet donnerstags von 16.00 bis 17.30 Uhr im Alten Stadtsaal Speyer statt. Die Kursgebühr beträgt 30,- / Monat.  Interessierte Menschen mit und ohne Behinderung ab 16 Jahren sind herzlich zu einer kostenlosen Schnupperstunde eingeladen. 

Informationen zu den Kursen und Anmeldung unter 06232/2890750 oder info@theater-speyer.de.

Für inhaltliche Fragen steht Theaterpädagogin und Kursleiterin  Christina Beeck gerne direkt zur Verfügung: 0176/62070291 oder christina.beeck@googlemail.com.

Der Riese und der Hut

David Winterheld, unser Theaterassistent mit Down-Syndrom, steht selbst leidenschaftlich gern auf der Bühne.

Er ist in unserer Inklusions-Theatergruppe "BühnenWirbel" schon jahrelang aktiv und übernimmt auch bei unseren Eigenproduktionen immer wieder kleinere Rollen.

In der 27. Spielzeit entwickelte er zusammen mit unseren Theaterpädagogen Christina Beeck und Frieder Schmitz-Beeck sein eigenes Stück Der Riese und der Hut, das wir in unser Repertoire aufgenommen haben. Die Produktion kann auch als Gastspiel gebucht werden (gastspiele@theater-speyer.de).

Presseberichte

8. März 2015: Der Mutmacher (Rheinpfalz)

1. Juli 2014: Molière in zwei Etappen (Rheinpfalz)

3. Dezember 2013: 3000 Euro als Anerkennung für Integrationsleistung (Rheinpfalz)